FC BAYERN – GOLDENER STERN STATT SCHWARZES LOCH

FC Bayern Mümchen - Roter Stern Belgrad | 3:0 (1:0) München, Allianz Arena, 18.09.2019

Natürlich existieren sie noch in etlichen Ländern – die Fußballvereine mit einem Dynamo, einer Lokomotive, einem Vorwärts, einer Armee oder einem Roten Stern usw. vor dem Städtenamen. Doch eine wirklich größere Rolle als an einstige Arbeiterbewegungen oder sozialistische Kampfparolen zu erinnern, spielen sie nicht mehr. Und so hätte es eigentlich ein Leichtes sein müssen für einen nichtsozialistischen Nichtarbeiter-Verein wie den FC Bayern, einem Team namens FK Crvena zvezda (Roter Stern Belgrad) zu zeigen, was eine Kapitalisten-Harke von heute ist. Durchaus zugegeben: Mit dem Champons League-3:0 vom Mittwochabend in der Allianz Arena scheint dies offensichtlich gut gelungen.

Aber:

FUSSBALL IST DING, DANG, DONG.
ES GIBT NICHT NUR DING.

(Kick-Philosophie des einstigen FC Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni)

Die aktuelle FC Bayern-Kolumne
von Jupp Suttner

Mit ein bisschen Pech hätte es auch wie in Leipzig (nicht Lokomotive, sondern Rasenballbull) enden können:

Bayern erspielte sich erneut ein hochüberlegenes 1:0 (34. Flugkopfball Coman) – aber ein 1:0 ist eben nur ein 1:0 und wie ein Dampfhammer der Frühindustrialisierung schwebte ewig und ewig das Damoklesausgleichsschwert über dem Match. Genau gesagt: 44 Minuten lang. Erst dann folgte das alle dem FCB Zugewandten aufatmen lassende 2:0. Und zwar durch den Willensmenschen Robert Lewandowski. Der Pole offenbarte sich – wie in vielen, vielen Begegnungen seiner Karriere – als wahres Mentalitätsmonster: vergab zwar eine Großchance nach der anderen, senkte jedoch nicht irgendwann resignierend den Kopf, um sich der Mutlosigkeit hinzugeben, sondern straffte nach jedem Fehlschuss erneut die Brust, reckte Mal um Mal das Kinn nach vorne und fightete der Kahnoliver-Devise gemäß „weiter, immer weiter“. Bis er eben doch noch ein Tor, jenes 2:0, erzielte – in Gerd Müller-Brösel-Art mit dem letzten Quäntchen Energie, das Körper und Geist noch parat hielten.

Für die „Rothosen“ (wie die Bayern in den 50er- und teils noch 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts genannt wurden) bedeutete dies einen schönen Einstieg in die gewissermaßen Internationale 2019/20. Vielleicht endet sie ja mit einem goldenen Stern.

Und nicht wieder in einem schwarzen Loch.

Jupp Suttner

DING (super): Dass der Start in die Champions League 2019/20 geglückt ist.

DANG (auch nicht schlecht): Dass Thomas Müller als Einwechselspieler kurz vor Schluss ein prima Tor erzielt.

DOOOOOONG (beruhigend): Dass Lewandowski offensichtlich IMMER trifft.

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