DAS REPARATUR-BIER DES FC BAYERN

Was bedeutet es, Trainer beim 1. FSV Mainz 05 zu sein?

FC Bayern – 1. FSV Mainz | 6:0 (6:0)

München, Allianz Arena, 17.03.2019

Vielleicht, dass man irgendwann den FC Bayern im Achtelfinale der Champions League ins Nichts stürzt. Siehe Klopp, einst Mainz, jetzt Liverpool. Die Frage beim Sonntagabend-Match in München lautete deshalb logischerweise:

Würde auch Klopps NachNachNachNachNachNachNachfolger Sandro Schwarz, momentaner Mainzer Coach, die Bayern knacken und ihnen in die Meisterschaftsplänesuppe spucken? Die Antwort folgte bereits zwei Minuten nach Anpfiff: 1:0 durch Lewandowski – Suppe irgendwie bereits gegessen:

Schwarz eben kein Klopp.

Und Mainz eben kein Liverpool.

So wie die Schweden halt keine Brasilianer sind.

FUSSBALL IST DING, DANG, DONG.
ES GIBT NICHT NUR DING.

(Kick-Philosophie des einstigen FC Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni)

Die aktuelle FC Bayern-Kolumne
von Jupp Suttner

Um 18.03 Uhr hatte das Kovac-Team die tags zuvor von den Dortmunder Borussen eroberte Tabellenspitze wieder an die Isar zurückgeholt.

Es folgten 29 miese Minuten, in denen das Bayern-Team unkonzentriert, fahrig und zwar bemüht, aber irgendwie ohne den letzten Willen wirkte. Fast schon ein Gemurkse, beinahe bereits Pfiffe. Doch in der 32. Minute fiel das 2:0 durch James – und ab da lief es, als ob nicht einmal ein auch nur winzigster Hauch von Liverpool-Psycho-Rost mehr in den Münchner Köpfen und Beinen stecken würde. Das 2:0 wirkte wie ein Reparatur-Bier nach einem Kater. Es folgten das 3:0 (Coman), das 4:0 und 5:0 (jeweils James) sowie noch das 6:0 (Davies).

Das 2:0 rief die Nach-Liverpool-Reaktion „Mund abwischen, weiter, immer weiter, mia san immer no mia“ hervor. Ein Sich-einen-Ruck-geben, vor dem selbst erbitterste Bayern-Gegner nichts als voller Respekt den Hut zu lüften vermögen. Wie Kovac und die Seinen es schafften, die Mittwoch-Pleite zu überwinden und sich in den Modus „Wenn schon kein Triple mehr, dann nun eben das Double!“ zu versetzen, verdient höchste Anerkennung. Auch wenn Bayern der absolute Angstgegner der Mainzer ist (18 Niederlagen bis zu Spielbeginn, 64 Gegentore, nunmehr 19/70) – ein 6:0-Sieg nach einer deprimierenden Champions League-Nacht kann nicht als alltäglich bezeichnet werden.

„Deutscher Meister“, sangen am Schluss die Bayern-Fans in der Südkurve der Allianz Arena, „wird nur der FCB, nur der FCB, nuuur der FCB…“

Die Gäste hingegen intonierten in der Nordkurve: „Mainz wird Deut-scher Mei-ster! Mainz wird Deut-scher Mei-ster – näch-stes Jahr, nääääch-stes Jaaaaahr….“

Wie wahr, wie wahr.

Im Baseball und Ringen.

 

Jupp Suttner

DING (super): Dass Bayern sich so gut von dem Liverpool-Schock erholt hat.

DANG (auch nicht schlecht): Dass James mit seinen drei wunderschönen Treffern bewies, dass der FCB demnächst durchaus die Kaufoption ziehen und 41 Millionen Euro Ablöse für den Kolumbianer springen lassen sollte, statt die Leihgabe an Real Madrid zurück zu geben.

DOOOOOONG (beruhigend): Dass auch „da Fonse“ (Alphonso Davies) ein Tor für den FCB erzielte und damit Hoffnung auf die Zukunft machte.

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