FRANCK RIBÉRY „SOLL UNSER KÖNIG SEIN“!

FC Bayern – Leverkusen  |  1 : 0  |

Es gibt ja diese ständige Verwechslung zwischen dem Nikolaus und dem Weihnachtsmann. Um es wieder einmal klar zu stellen. Der Nikolaus ist katholisch, hat einen Sack und wenn man das Spiel in jenem hat, darf man sich drei Punkte gut schreiben. Der Weihnachtsmann hingegen ist protestantisch, trinkt Coca-Cola – besitzt jedoch gleichfalls einen Sack. Aus jenem füllt er Geschenke in einen Schuh, den man des nachts vor die Türe zu stellen hat.

AllianzArena
AllianzArena 35 minuten vor dem Anpfiff

Bei der Bundesliga-Party Bayern-Bayer am Nikolaustag war nur ein einziger Schuh gefüllt. Nicht mit magischem Immer-und-ewig-Zauber wie Götzes Schuh im WM-Finale von Rio. Aber immerhin mit einer magischen Moment-Fähigkeit, die dem Schuhbesitzer die Gabe verlieh, einen satten Schuss ab zu ziehen, so dass der Ball im Netz landete und drei Punkte im Sack waren. Es war der linke weiße Schuh von Franck Ribéry, der für das 1:0 der Münchner sorgte. In der 51. Minute – als Ergebnis der 109. Ecke des FC Bayern nach 108 vorangegangenen Eckball-Nichterfolgen.

Der Franzose erzielte damit sein 100. Pflichtspiel-Tor für den FC Bayern und Trainer Guardiola schwärmte von seinem flügelflitzenden Klabautermann: „Franck ist einer der besten Player in Bayerns Geschichte. Und heute zum Beispiel, seine Aggressivität nach vorne und auch nach hinten – er hat das super gemacht.“ Ribéry also superb – in seinem 186. Bundesligaspiel. Noch kein Franzose war hierzulande öfter im Einsatz als er. (Bisher mit 185 gleichauf: Matthieu Delpierre vom VfB Stuttgart.) In der Südkurve sangen sie minutenlang nach der Melodie von Ooh, Champs-Élysées:

„Ooh Franck Ribéry, Ooh Franck Ribéry
Er is nicht groß, is eher klein
Er soll unser König sein
Von unserem Rekordverein
– Franck Ribéry“

1:0 – das klingt knapp. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Pep Guardiola schon mal 7:1 mit dem FCB gegen Leverkusen gewonnen hat, 2012. Aber da handelte es sich um den FCB-…arcelona, nicht um den FCB-…ayern. Natürlich hätten die Münchner am Samstag auch ein 2:0 erzielen können, während Bayer irgendwie nie richtig an einem 1:1 dran war. Aber andererseits hätte Bayer bereits in der 3. Minute das 1:0 schaffen können – wenn nicht jener Mann, den Bayer vor Saisonbeginn kaufen wollte, es sich aber nicht leisten konnte (Bayern hingegen schon), den Ball in letzter Zehntelsekunde von der Linie weggekratzt hätte: Juan Bernat. Pep lächelnd: „Oh ja – er ist sehr, sehr schnell.“

Schnell war auch Leverkusens Trainer Roger Schmidt, beim Ziehen der Bilanz (9:3 Torschüsse für den FCB, 8:3 Ecken, 65:35 % Ballbesitz, 61:39 % gewonnene Zweikämpfe): „Es war ein verdienter Sieg für die Bayern. Wir hatten zwar in der ersten Hälfte Torchancen. Aber nachdem der Führungstreffer gefallen war, wurde es schwer für uns. Da hat man gesehen, wie viel Klasse Bayern besitzt.“

Guardiola, zwei Meter daneben: „Danke Ro-scheee, für Deine Worte. Wir haben keine Chance mehr zugelassen. Das war sehr, sehr gut. Denn Leverkusen ist sehr, sehr stark wenn sie den Ball haben, und sehr, sehr gefährlich. Ich bin zufrieden, weil wir gegen eine so gute Mannschaft gewonnen haben. Ein gutes Spiel für die Tabelle.“

Die führen die Bayern nach 14 Spielen mit 7 Punkten Vorsprung an. Zwei Mal 1:0  (gegen Hertha und Bayer) zuletzt, sechs Punkte. Keine Galas, aber alles im bereits mehrmals erwähnten Sack. Nächstes Wochenende bereits können die Münchner mit einem Sieg in Augsburg (oder bei einem Remis und keinem Sieg von Wolfsburg gegen Paderborn) Herbstmeister werden. Zusätzlich noch winkt Hoeneß bald Freigang und kommt Breno vielleicht ganz frei – da kann der Christbaum schon vorzeitig angezündet werden.

Jupp Suttner

DING (super): Die Gesangs-Ovationen für Franck Ribéry.

DANG (auch nicht schlecht): Dass am nächsten Samstag um 15.30 Uhr das Match in Augsburg (Tabellen-Dritter) nicht nur ein bayerisches Lokalderby, sondern DAS Spitzenspiel der Liga bildet. (Unbedingt hin fahren – Augsburg bietet eines der besten Stadion-Caterings aller deutschen Vereine!)

DOOOOOONG (beruhigend): Dass Juan Bernat auch in seinem vierzehnten 90-Minuten-Bundesligaspiel für den FC Bayern noch eine Frische besitzt, als wäre er in einen gallischen Zaubertrank-Topf gefallen.

 

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FUSSBALL IST DING, DANG, DONG.
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(Kick-Philosophie des einstigen FC Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni)

Die aktuelle
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von Jupp Suttner

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