FC Bayern – Ding Dang Dong | DIE KREATIVEN KICKER SIND ALLESAMT BETRÜGER

FC Bayern – Eintracht Frankfurt

11. 03. 2017

3 : 0  (2 : 0)

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Der berühmte ruhende Ball existiert auch in nichtruhender Form. Also nicht nur vor der Ausführung eines Ab-, Eck-, Frei- oder Strafstoßes. Sondern inmitten eiligsten Spielflusses. Die Kugel ruht vor einem – sagen wir mal FC Bayern-Thiago  – und es wäre eigentlich ein Leichtes für einen – sagen wir mal Eintrachtfrankfurt-Mascarell – diesen Ball mit dem Fuß weg zu treten. Denn er ruht ja, der Ball.

Und dennoch gelingt es ihm, dem Frankfurtmascarell, nicht. Denn dieser Thiago vollführt plötzlich eine winzige Körperbewegung. Ein Zucken mit der Schulter oder der Hüfte oder dem Knie oder er wackelt mit dem linken oder rechten Fuß – und schon fallen alle Mascarells dieser Kick-Welt darauf herein. Dieses minimalste Thiago-Bewegungchen versetzt sie in den Glauben, er, Thiago, werde gleich den Ball, den ruhenden, treten. Und sie stochern mit ihren Beinen deshalb genau dort hin, wo der Ball ihres Erachtens gemäß sich in der nächsten Zehntelsekunde befinden wird.

Doch es ist ein Tritt ins Leere. Denn der Ball ruht immer noch justament dort, wo er bereits vorher zur Ruhe gefunden hatte. Keinen Millimeter hatte er sich bewegt. Nur etwelche Körperteile Thiagos hatten Aktivität vollführt. Und hatten damit den Gegenspieler gefoppt und genarrt, ihn vor 75 000 Menschen eine Sinnestäuschung der demütigendsten Art erleben lassen. Als sei der Ball ein Kaninchen und der Zaubermeister Thiago zöge es plötzlich dem Mascarell aus dem Ärmel des Trikots.

Fußball sei, hat ein spanischer Schriftsteller mal gezürnt, ein einziger Betrug. Und er meinte nicht die FIFA, sondern die Stürmer dieser Welt, die beispielsweise links antäuschen – und dann rechts vorbei gehen. Oder umgekehrt. Wie Robben. Doch diese Stürmer vollführen ihre Tricks meist aus dem Lauf heraus, mit dem rollenden Ball am Bein. Dieses gemeine Kunststück jedoch mit dem RUHENDEN Rundobjekt zu vollführen – ist nur den kreativsten aller Täuscher vorbehalten. Einem Thiago etwa.

Ganz anders hingegen Thomas Müller. Bei ihm ruhen bisweilen Raum und Zeit und Vergangenheit und Zukunft und zur Zeit auch das Glück. Doch es ruht bei ihm niemals der Ball und niemals er selbst. Er ist ein wuseliger Wurstler. Und bereitete am Samstag in der Allianz Arena mittels dieses WuWu-Stils auf wunderbarste Art  sieben Minuten vor dem Halbzeitpfiff das im Endeffekt matchentscheidende 1:0 durch Lewandowski vor. Gibt Thiago den arroganten Zauberkünstler Houdini – so gibt Müller den skurril bezaubernden Charlie Chaplin. Beide zusammen im Zirkus FC Bayern: ein Paar, das alleine bereits den Ticketkauf rechtfertigt.

Doch wenn es wirklich darauf ankommt, etwa in den K.o.-Begegnungen, existiert dieses Duo nicht mehr. Dann spielt momentan zwar Houdini – doch sitzt Charlie Chaplin auf der Bank. Denn Bayern-Coach Ancelotti lässt immer nur elf Mann gleichzeitig agiern, obwohl er doch 13 absolute Stammspieler besitzt. Der 12. ist Müller, der 13. seit Samstag Javier Martinez. Er wurde ausgewechselt, weil Jerome Boateng nach langer Verletzungspause sein Comeback feiern durfte. Martinez wirkte unglücklich, als er vom Platz beordert wurde. Man sah seine Gedanken über dem tief gesenkten Kopf wie in einer Spruchblase: „Der Marti hat sein Schuldigkeit getan, der Marti kann gehen.“ Monatelang hatte er fabelhaften Dienst beim FCB geleistet. Und die Hoffnung gehegt, nicht mehr nur Boatengs Backup zu sein, sondern Ancelottis Felsen in der Abwehrbrandung.

Doch nun ruht sie, die Hoffnung. Wie der Ball vor Thiago. Nur kann Martinez so lange mit seinen Extremitäten zappeln und zippeln und zoppeln wie er will: es wird ihm nichts nützen, denn:

Ancelotti ist kein Mascarell.

Sondern Ancelotti ist die Ruhe selbst.

Der Italiener wird kaum die Nerven verlieren und plötzlich 13 Mann für ein Match nominieren – nur damit besagte Ruhe in Martinez’ Gefühlswelt einzieht.

Für Thiago wiederum empfiehlt es sich, im Training der nächsten Zeit nicht mit einer Ruhenden-Ball-Provokation glänzen zu wollen. Zumindest dann nicht, wenn Martinez sich in der Nähe befindet.

Es könnte sein, dass jener zwar den Ball dann nicht trifft.

Aber Bällchen.

Die dann für längere Zeit ruhen müssten.

Jupp Suttner

DING (super):  Die Mega-Weltklasse-Grätsche von Mats Hummels im eigenen Strafraum, die das sichere 1:0 für die Eintracht verhinderte.

DANG (auch nicht schlecht): Dass der FC Bayern inzwischen 10 Punkte Vorsprung in der Tabelle besitzt.

DOOOOOONG (beruhigend):  Dass Xabi Alonso einen freien Tag mit Frau und Kind auf der Tribüne genießen durfte – und somit seinen Tank auf füllen konnte.

FUSSBALL IST DING, DANG, DONG.
ES GIBT NICHT NUR DING.

(Kick-Philosophie des einstigen FC Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni)

Die aktuelle
FC Bayern-Kolumne
von Jupp Suttner

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