Ding, Dang, Dong – BASTIAN SCHWEINSTEIGER FUSSBALLGOTT – IST WIEDER DABEI!

22.11.14   |  Bundesliga  |   FC Bayern – Hoffenheim  |  4:0

Die Mädchen kreischten bereits in der 50. Minute. Und die Männer brüllten: „Ba-stian-Schwein-stei-ger-Fuß-ball-gott!“. Es war der Moment, da der Weltmeister, der Held von Rio, sich von der Ersatzbank der Bayern erhob. Und von Pep Guardiola zum Warmlaufen geschickt wurde.

27 Minuten später kreischten die Mädchen noch eine Million Dezibel intensiver und bebte die Stimme der Sky-Fieldreporterin vor Erregung, als sie verkündete, jetzt, ja, jetzt – betrete Bastian Schweinsteiger den Rasen. Die Ergriffenheit der Dame besaß eine Dimension, als hätte nicht ein Fußballgott besagtes Grün mit seinen Beinen berührt, sondern ein richtiger. Oder zumindest der Papst.

Doch nicht nur sie wurde geradezu überfraut von der Seligkeit des Augenblicks, sondern auch ein Mann, der ja nun schon wirklich unendlich viel erlebt hat in seinem Fußballer-Leben – Arjen Robben: „Ich hatte eine Riesen-Gänsehaut in diesem Moment. Denn er ist ja nicht nur ein Superspieler, sondern auch ein Supertyp.“

Superspieler, Supertyp, Superstar, Fußballgott. Seit 2006 ruft die Südkurve ihn so. Und als er im Sommer bei der WM gefragt wurde, was es denn mit diesem Begriff Fußballgott auf sich habe, hatte er die Wahrheit erzählt: dass dies bei den Bayern-Fans bisweilen ironisch gemeint sein könnte. Der letzte FCB-Kicker, der von den Freaks „Fußballgott“ gerufen wurde, sei Carsten Jancker gewesen, zwischen 1996 und 2002. Ob man den kenne? In Brasilien schüttelten sie die Köpfe.

Doch an diesem Samstag, den 22. November 2014, war kein noch so winziges Atom an Ironie im Wort „Fuß-ball-gott“ zu eruieren, mit dem sie Bastian Schweinsteiger feierten – ab der 77. Minute, ab 17.07 Uhr, als er endlich wieder dabei war. Nach 106 Tagen Verletzungspause. Die Patellasehne.

Und wie der 30jährige in seinem ersten Match seit 239 Tagen – seit dem Weltmeisterschafts-Finale – gleich wieder mit mischte:

80. Minute – Schweinsteiger zieht den Ball sachte mit Sohle zurück, sein ihn attackierender Gegenspieler läuft wie benommen ins Leere. (Es war übrigens, passend, ein Brasilianer, Firmino.)

86. Minute – Schweinsteiger leitet einen Robben-Einwurf direkt aus der Luft an Rode weiter, der dank dieser Vorlage das 4:0 erzielt.

88. Minute – Schweinsteiger wagt einen frechen Absatz-Kick. (Geglückt.)

Nach dem Schlusspfiff liefert er sich mit Bazi, dem Bayern-Maskottchen, einen heiteren Boxkampf, ehe der Bär ihn voll unbändiger Freude über das gelungene Comeback umarmt. Glückseligkeit in der gesamten Arena. Niemand – außer zwei Klatschreporterinnen – interessiert in diesem Moment, ob nun Sarah oder Ana oder ganz jemand anders ihn auf- und abbaute während der 106 spiellosen Tage. Einzig Fußball zählt. Und Schweinsteiger spricht ganz leise in die Mikrophone, die sich ihm entgegen recken:

„So empfangen zu werden, berührt das Herz schon sehr. So einen Moment vergisst man nie mehr.“ Aber, fügt er etwas lauter hinzu: „Ich muss noch viel trainieren, um die nötige Kraft für mehr als 13 Minuten wie heute zu erhalten.“ Vorschlag des FC Bayern-Ehrenpräsidenten Franz Beckenbauer: „Er hat zehn Jahre lang der Mannschaft geholfen. Jetzt muss die Mannschaft ihm helfen – damit er wieder der alte wird.“

Ein Fuß-ball-gott auch über 90 bis 120 Minuten.
DING (super): https://www.youtube.com/watch?v=DBUmS8gNDr4

DANG (auch nicht schlecht): Dass der FC Bayern auch ohne Schweinsteigers Einwirken (zum 4.0 durch Rode) bereits 3:0 gegen Hoffenheim in Führung gegangen war durch Götze, Lewandowski und Robben.

DOOOOOONG (beruhigend): Dass Bastian Schweinsteiher vorerst keinen nervenaufrebenden Konkurrenzkampf im Mittelfeld des FC Bayern sieht, sondern es gut findet, „dass so viele routinierte Kräfte zur Verfügung stehen – die werden auch benötigt“.

 

Jupp Suttner

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