Die Leipziger statt zum Friseur nun ins Nagelstudio?

“FUSSBALL IST DING, DANG, DONG. ES GIBT NICHT NUR DING.”

(Kick-Philosophie des einstigen FC Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni)

Die aktuelle FC Bayern-Kolumne
von Jupp Suttner

FC Bayern – TSG 1899 Hoffenheim | 4:3 (3:1)

05.02.2020, München, Allianz Arena

Für den FC Bayern ist es die Woche zwischen Julian und Nagelsmann. Am Mittwoch im DFB-Pokal ging es gegen Hoffenheim, also den einstigen Julian, der dort sehr erfolgreich wirkte. Und am Sonntag nun geht es gegen Leipzig, wo Julian in der Bundesliga-Hinserie einen atemberaubenden Nagelsmann hinlegte. Alles so reif, die Spielweise der Bullen, wie ein erwachsener Nachname.

Und nun – nach dem FCB-Weiterkommen im Pokal und dem Bullen-Ausscheiden dortselbst – das BuLi-Match der führenden Münchner gegen die plötzlich zu Verfolgern degradierten Sachsen. Wie werden die Werner & Co. sich vorbereiten? Die gemeinsame Friseureinfliegung vor kurzem hat es ja nicht gebracht, im Gegenteil: 0:2 vs. Eintracht Frankfurt. Red Bull-Head of Sport and Development Soccer-Visitenkartenbesitzer Ralf Rangnick schnappte nach Luft und wähnte die Aktion in der Nähe von goldüberzogenen Steaks.

Eine völlig unlogisch dünkende These. Denn: Gold-Steaks zu verzehren ist eine absolute Einzelaktion. (Höchstens, der Hund unter dem Tisch bekommt einen Teil des Tellers ab, vielleicht einen mit Gold statt Mark gefüllten Knochen.) Wohingegen eine GEMEINSAME Friseur-Aktion zu starten doch eine absolute – wie der Name schon sagt – GEMEINSCHAFTS-AKTION darstellt! Eine Teambuilding-Maßnahme! Alle für einen, ein Figaro für alle!

Jedenfalls könnte eine derartige Aktion die Elf durchaus zusammenschweißen. Ist schließlich sinnbildlich nichts anderes als das berühmte gemeinsame Besäufnis, wie es Teams in Tabellen-Schieflage gelegentlich angeraten wird. Ohne Trainer-Beisein natürlich – um sich dabei so gewaltig die Meinung zu geigen, dass dann wirklich alles auf den Tisch gerät und bald auch bereinigt ist und einer fabelhaften Zukunft nichts mehr im Wege steht.

Wenn Betrinken als gutgeheißen wird – was soll man dann gegen einen Friseur-Act einwenden? Die Antwort lautet simpel: das Resultat. Hätten die frisch Frisierten Leipziger den Frankfurtern mit 5:0 den Skalp vom Kopf gezogen statt ihnen zu unterliegen – so wären sie von der gesamten Fachwelt für ihren zum Erfolg führenden Zusammenhalt gelobt worden. Weil wer siegt, hat recht. Wer verliert, nicht.

Was werden sie sich dieses Mal gegen die Münchner einfallen lassen? Vielleicht  suchen die Nagelsmänner – um die Krallen gegen die Bayern zu schärfen – gemeinsam ein Nagelstudio auf? (Nicht zu verwechseln mit einem gemeinsamen Nageln, wie es vor etwa einem halben Jahrhundert ein Teil eines Münchner Fußballclubs nach Siegen gerne im berühmten Leierkasten zelebrierte.)

Was die Bayern-Spieler frisur- und nageltechnisch für den Sonntag planen, entzieht sich unserer Kenntnis. Dafür wissen wir sicher, was sie den Leipzigern wünschen:

Eine Volltrunkenheits-Party hinterher.

Um das Ergebnis von München runter zu spülen.

Sollte dabei Rangnick dazwischenplatzen – könnte es dann sogar eine Weißbierdusche für ihn setzen. Eine jener Art, wie man sie aus München seit Jahren kennt. Dort allerdings nur nach großen Siegen.

Jupp Suttner

DING (super): Dass die Partie nur vier Minuten Nachspielzeit hatte – sonst hätte Bayern noch das 4:4 kassiert.

DANG (auch nicht schlecht): Dass man als FC Bayern selbst mit einer so uninspirierten zweiten Halbzeit noch eine Pokalrunde weiterkommen kann.

DOOOOOONG (beruhigend): Dass der FC Bayern jederzeit, wenn es darauf ankommt, eine Schippe zulegen kann.

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